Wohnberechtigungsschein in Bremen beantragen: Einkommensgrenzen, GEWOBA-Sozialwohnungen und Wohnhilfen

Wohnberechtigungsschein in Bremen beantragen: WoFG-Einkommensgrenzen, GEWOBA Bremen, Jobcenter KdU und Tipps für den Bremer Wohnungsmarkt.

Veröffentlicht: | Redaktion WBS-Wohnung

Bremen Wohngebäude — WBS und Sozialwohnungen in Bremen
575.000+ Einwohner in der Stadtgemeinde Bremen
~42.000 GEWOBA-Wohneinheiten in Bremen und Bremerhaven GEWOBA
10–12 €/m² Durchschnittliche Angebotsmiete Kaltmiete (Neuvermietung 2025)

Wohnungsmarkt Bremen: Große kommunale Wohnungsgesellschaft als Anker

Bremen ist als Stadtstaat eine besondere Wohnsituation: Die GEWOBA als größte kommunale Wohnungsgesellschaft Deutschlands — gemessen am Wohnungsanteil je Einwohner — hat einen enormen Einfluss auf den Wohnungsmarkt. WBS-Inhaber haben über die GEWOBA Zugang zu einem bedeutenden Anteil bezahlbarer Wohnungen, der auf dem freien Markt nicht erreichbar wäre.

Im Vergleich zu Hamburg, München oder Frankfurt gilt Bremen als relativer Entspannungsmarkt — doch der Begriff täuscht. Die reale Nachfrage nach bezahlbarem, gebundenem Wohnraum übersteigt das Angebot deutlich. Wer einen Wohnberechtigungsschein (WBS) besitzt oder beantragt, sollte sich ohne Verzögerung bei der GEWOBA registrieren lassen und parallel auch kleinere Anbieter sowie Sozialwohnungen über das allgemeine Wohnungsportal der Stadt Bremen in Betracht ziehen.

Besonders relevant: Bremen ist eine Hafenstadt mit historisch gewachsenen Arbeitervierteln und einem vergleichsweise hohen Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen in bestimmten Stadtteilen. Diese Struktur macht den Bremer Markt für WBS-Inhaber günstiger als in vielen anderen Stadtstaaten — sofern man bereit ist, flexibel nach Stadtteil zu suchen.

WBS in Bremen beantragen

Zuständig ist das Amt für Wohnen der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung. Die Einkommensgrenzen entsprechen den bundesweiten WoFG-Grenzen nach §9 WoFG. WBS-Inhaber mit besonderer Dringlichkeit — Wohnungslosigkeit, drohende Obdachlosigkeit oder akute Bedrohung — können einen bevorzugten Status beantragen und werden vorrangig berücksichtigt.

Benötigte Unterlagen:

  • Personalausweis / Reisepass (alle Haushaltsmitglieder)
  • Einkommensnachweise der letzten 12 Monate (Lohnzettel, Rentenbescheid, Bürgergeld)
  • Aktuelle Meldebescheinigung
  • Nachweis über besonderen Bedarf (Behinderung, Pflegestufe, Schwangerschaft — falls vorhanden)

GEWOBA: Größter kommunaler Wohnungsanbieter in Bremen

Die GEWOBA verwaltet über 42.000 Wohnungen in Bremen und im Umland. Sozial gebundene Wohnungen sind speziell für WBS-Inhaber vorgesehen. Wohnungsgesuche können online auf dem GEWOBA-Portal eingereicht werden. Wichtig: Der WBS muss gültig sein und die ausgewiesene Wohnungsgröße beziehungsweise den WBS-Typ abdecken.

Jobcenter Bremen: KdU-Richtwerte

Das Jobcenter Bremen übernimmt Unterkunftskosten bis zur Angemessenheitsgrenze nach §22 SGB II. Die Richtwerte orientieren sich am Bremer Mietspiegel. Näherungsweise Richtwerte für Bruttokaltmiete (Stand 2025/2026):

Haushaltsgröße Max. Bruttokaltmiete (Richtwert) Max. Wohnfläche
1 Person ca. 530–580 €/Monat 50 m²
2 Personen ca. 660–710 €/Monat 60 m²
3 Personen ca. 780–840 €/Monat 75 m²
4 Personen ca. 900–960 €/Monat 85 m²

Die Richtwerte werden regelmäßig angepasst. Aktuelle Tabellen sind beim Jobcenter Bremen direkt erhältlich oder auf der Seite der Senatorin für Soziales, Jugend und Integration abrufbar. Einmalige Leistungen (Mietkaution, Erstausstattung, Umzugskosten) können separat beantragt werden: Jobcenter-Anträge im Überblick.

Stadtteile mit sozialem Wohnungsbau in Bremen

GEWOBA-Bestände konzentrieren sich auf bestimmte Stadtteile: Neue Vahr, Huchting, Kattenturm und Gröpelingen haben einen hohen Anteil geförderter Wohnungen. Diese Stadtteile sind gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Für Familien mit WBS empfiehlt sich, parallel in mehreren Stadtteilen zu suchen und sich frühzeitig bei der GEWOBA vormerken zu lassen.

Weitere Informationen zur bundesweiten WBS-Systematik: Wohnberechtigungsschein vollständiger Ratgeber.

Bremer Wohnungsbaugesellschaften im Überblick

Der Bremer Wohnungsmarkt wird durch einige wenige große Akteure geprägt, von denen die GEWOBA mit Abstand die wichtigste Rolle spielt. Daneben existieren kleinere Anbieter mit eigenen Sozialwohnungsbeständen sowie Wohnungsbaugenossenschaften, die eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

GEWOBA (Gesellschaft für Wohnen und Bauen) ist mit rund 42.000 Wohneinheiten in Bremen und Bremerhaven der bei weitem größte Anbieter im sozialen Wohnungsbau des Bundeslandes. Die GEWOBA ist teilweise in öffentlichem Eigentum und hat die gesetzliche Aufgabe, insbesondere Haushalten mit niedrigen Einkommen — also WBS-Inhabern — bezahlbaren Wohnraum anzubieten. Registrierung und Wohnungssuche erfolgen über das GEWOBA-Onlineportal. Ein gültiger WBS ist für alle gebundenen Einheiten Pflichtvoraussetzung. Wer sich möglichst früh registriert und ein detailliertes Suchprofil mit Stadtteilpräferenzen anlegt, erhöht seine Chancen deutlich.

Bremische Gesellschaft für Stadtentwicklung (BIS) und weitere kleinere kommunale Träger ergänzen das Angebot im geförderten Segment. Diese Anbieter verwalten ältere Bestände aus früheren Förderprogrammen und sind weniger bekannt, aber dennoch eine lohnende Anlaufstelle. Direkter Kontakt und Anfragen über das Amt für Wohnen sind hier oft der effektivste Weg.

Wohnungsbaugenossenschaften: In Bremen sind mehrere Genossenschaften aktiv, darunter die Baugenossenschaft Bremen eG. Der Beitritt erfordert eine Genossenschaftseinlage (Genossenschaftsanteil), bietet aber langfristige Mietpreissicherheit und ein dauerhaftes Wohnrecht. Genossenschaftswohnungen sind häufig günstiger als der freie Markt und unterliegen oft keiner formellen WBS-Pflicht — sie sind jedoch für WBS-Inhaber mit Genossenschaftsmitgliedschaft gut zugänglich.

Schritt-für-Schritt: WBS-Antrag in Bremen

In Bremen ist für die Ausstellung des Wohnberechtigungsscheins der Senator für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau zuständig — im allgemeinen Sprachgebrauch als Senatorin für Wohnen bezeichnet. Die Antragstellung ist sowohl persönlich, schriftlich per Post als auch über das städtische Online-Portal möglich. Das gilt für Bremisches Wohnraumförderungsgesetz (BremWoFG) als Rechtsgrundlage.

  1. Termin vereinbaren oder Antrag einreichen: Für eine persönliche Beratung empfiehlt sich ein Termin beim zuständigen Sachbearbeiter im Amt für Wohnen. Alternativ ist die schriftliche Antragstellung per Post möglich. Wer Fragen zur Berechnung des anrechenbaren Einkommens hat, sollte den persönlichen Weg wählen.
  2. Unterlagen zusammenstellen: Folgende Dokumente werden benötigt: Personalausweis aller Haushaltsmitglieder, Einkommensnachweise der letzten zwölf Monate (Gehaltsabrechnungen, Rentenbescheid, Bürgergeld-Bescheid), aktuelle Meldebescheinigung (nicht älter als drei Monate), Geburtsurkunden der Kinder sowie gegebenenfalls den aktuellen Bürgergeld-Bescheid.
  3. Antrag einreichen: In Bremen ist die Einreichung auch postalisch möglich. Vollständige Antragsunterlagen beschleunigen die Bearbeitung erheblich — fehlende Dokumente führen zu Rückfragen und Verzögerungen.
  4. WBS erhalten und Suchprofil anlegen: Nach der Bearbeitung (ca. vier bis acht Wochen) wird der WBS ausgestellt. Sofort danach sollte ein Suchprofil auf dem GEWOBA-Portal angelegt werden. Je früher das Profil aktiv ist, desto eher steigt die Chance auf ein passendes Angebot.

KdU-Richtwerte Jobcenter Bremen (detailliert)

Bürgergeld-Empfänger haben Anspruch auf Übernahme der Kosten der Unterkunft (KdU) nach §22 SGB II. Das Jobcenter Bremen legt dafür jährlich Richtwerte für angemessene Bruttokaltmieten fest. Die folgende Tabelle gibt die aktuellen Näherungswerte wieder:

Haushaltsgröße Max. Kaltmiete/Monat Max. Wohnfläche
1 Person ca. 530 € 50 m²
2 Personen ca. 660 € 60 m²
3 Personen ca. 790 € 75 m²
4 Personen ca. 920 € 85 m²
5 Personen ca. 1.055 € 95 m²

Richtwerte Jobcenter Bremen 2025/2026 — Bruttokaltmiete. Aktuelle Werte direkt beim Jobcenter Bremen erfragen oder auf der städtischen Website abrufen. Werte können sich durch jährliche Anpassungen ändern.

Bremen: Wohnlagen und Stadtteile für WBS-Inhaber

Bremen hat eine ausgeprägte Sozialstruktur: Bestimmte Stadtteile verfügen über einen hohen Anteil an Sozialwohnungen, während andere Quartiere kaum geförderten Wohnraum aufweisen. Für WBS-Inhaber ist es daher wichtig, die Suche gezielt auf Stadtteile mit hohem Sozialwohnungsbestand auszurichten, ohne die eigenen Mobilitätsbedürfnisse aus den Augen zu verlieren.

Stadtteile mit vergleichsweise hohem Sozialwohnungsanteil und günstigeren Mieten sind unter anderem Gröpelingen (Nordwest), Tenever und Osterholz (Südost), Huchting (Südwest) sowie Lüssum-Bockhorn im Norden. Diese Stadtteile sind über das dichte Straßenbahnnetz Bremens gut mit der Innenstadt verbunden — Fahrzeit zum Hauptbahnhof liegt in der Regel bei 20 bis 35 Minuten. Dagegen weisen Quartiere wie Schwachhausen, Horn-Lehe, Borgfeld und Obervieland-Ost kaum Sozialwohnungsbestand auf und sind in der Regel für WBS-Inhaber weniger aussichtsreich.

Stadtteil Sozialwohnungsanteil Mietpreisniveau (Kaltmiete/m²)
Gröpelingen Hoch 8–10 €/m²
Tenever Hoch 8–9 €/m²
Findorff Niedrig bis mittel 11–13 €/m²
Schwachhausen Sehr niedrig 13–16 €/m²

Das Straßenbahnnetz der BSAG (Bremer Straßenbahn AG) erschließt auch die äußeren Stadtteile gut. Wer in Randlagen wie Tenever oder Lüssum-Bockhorn wohnt, erreicht die Innenstadt mit der Linie 4 beziehungsweise Linie 6 komfortabel. Das macht diese Stadtteile auch für Berufstätige attraktiv, die auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind.

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