Wohnberechtigungsschein in Dortmund beantragen: NRW-Einkommensgrenzen und Sozialwohnungen im Ruhrgebiet
Wohnberechtigungsschein in Dortmund beantragen: WBS NRW Einkommensgrenzen, DOGEWO21, kommunale Wohnhilfen und Jobcenter Dortmund KdU-Mietobergrenzen.
Veröffentlicht: | Redaktion WBS-Wohnung
Wohnungsmarkt Dortmund: Ruhrgebiet mit moderatem Mietpreisniveau
Dortmund ist mit rund 600.000 Einwohnern die größte Stadt im Ruhrgebiet und zugleich eine der wenigen deutschen Großstädte, in der der Wohnungsmarkt für Haushalte mit kleinem oder mittlerem Einkommen noch vergleichsweise zugänglich geblieben ist. Die Angebotsmieten liegen im Schnitt zwischen 9 und 12 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete — deutlich unter den Werten in Köln, Düsseldorf oder westdeutschen Universitätsstädten wie Frankfurt oder München.
Dieser Vorteil ist allerdings nicht gleichbedeutend mit einfachem Wohnungsfinden. Der Bestand an öffentlich geförderten Sozialwohnungen mit Belegungsbindung ist auch in Dortmund rückläufig: Auslaufende Förderbindungen werden nicht vollständig durch Neubauprojekte kompensiert. Die Nachfrage nach belegungsgebundenen Wohnungen übersteigt das Angebot in manchen Stadtteilen spürbar.
Strukturell befindet sich Dortmund in einem anhaltenden Wandel: Die traditionsreichen Industrien Stahl und Bergbau sind weitgehend Geschichte; an ihre Stelle sind Technologieunternehmen, Logistik und der Dienstleistungssektor getreten. Die Technische Universität Dortmund zieht jährlich tausende Studierende in die Stadt, was den Wettbewerb um kleinere Wohnungen erhöht. Dennoch ist das Mietniveau im bundesweiten Vergleich noch moderat — ein Standortvorteil für WBS-Inhaber und Empfänger von Bürgergeld.
Sozialwohnungen konzentrieren sich räumlich vor allem in den Stadtbezirken Scharnhorst, Nette, Wickede, Hörde im Süden und Teilen von Eving im Norden. Hier sind ältere Bestände der DOGEWO21 und weiterer Genossenschaften am dichtesten verteilt.
NRW WBS-System: Einkommensgrenzen für Dortmund
Nordrhein-Westfalen wendet für den Wohnberechtigungsschein die Grundgrenzen nach §9 WoFG (Wohnraumförderungsgesetz) an und ergänzt diese durch landesrechtliche Bestimmungen im Wohnraumförderungsgesetz NRW. Die Einkommensgrenzen gelten einheitlich für das gesamte Bundesland — also auch für Dortmund. Maßgeblich ist das anrechenbare Jahreseinkommen aller Haushaltsmitglieder nach Abzug bestimmter Freibeträge, nicht das Bruttoeinkommen.
NRW unterscheidet dabei WBS Typ I (erster Förderweg, günstigste Sozialwohnungen) und WBS Typ II bzw. III (zweiter und dritter Förderweg, höhere Einkommensgrenzen, etwas höhere Mieten). Für die meisten Antragsteller in Dortmund ist Typ I relevant.
| Haushaltsgröße | WBS Typ I NRW — Einkommensgrenze |
|---|---|
| 1 Person | 16.800 € |
| 2 Personen | 25.200 € |
| 3 Personen | 30.660 € |
| 4 Personen | 36.120 € |
| Je weiteres Kind | + 750 € |
Bestimmte Personengruppen können Zuschläge auf die Einkommensgrenzen geltend machen — etwa Alleinerziehende oder Schwerbehinderte. Das Amt für Wohnen und Stadterneuerung berät individuell zu anrechenbaren Abzügen.
WBS in Dortmund beantragen
Für die Ausstellung des Wohnberechtigungsscheins in Dortmund ist das Amt für Wohnen und Stadterneuerung der Stadt Dortmund zuständig. Der Antrag kann persönlich beim Amt eingereicht werden; je nach aktuellem Stand der Digitalisierung ist auch eine Einreichung per Post oder über das Online-Serviceportal der Stadt möglich — dies sollte vorab auf der Webseite der Stadt Dortmund geprüft werden.
Folgende Unterlagen werden in der Regel für den WBS-Antrag benötigt:
- Personalausweis oder Reisepass aller Haushaltsmitglieder über 15 Jahre
- Einkommensnachweise der letzten 3 Monate (Gehaltsabrechnungen, Bürgergeld-Bescheid, Rentenbescheid)
- Aktueller Einkommenssteuerbescheid (sofern vorhanden)
- Aktuelle Meldebescheinigung (nicht älter als 3 Monate)
- Geburtsurkunden aller im Haushalt lebenden Kinder
- Ggf. Nachweis über Schwerbehinderung, Alleinerziehenden-Status oder sonstige anspruchsrelevante Merkmale
Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 3 bis 6 Wochen. Der ausgestellte WBS ist ein Jahr gültig. Wird in diesem Zeitraum keine Wohnung gefunden oder ändert sich die Einkommenssituation nicht, kann eine Verlängerung beim selben Amt beantragt werden.
DOGEWO21: Dortmunds kommunaler Hauptvermieter
Die DOGEWO21 (Dortmunder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH) ist mit rund 19.000 Wohnungen in allen Dortmunder Stadtbezirken der mit Abstand größte kommunale Vermieter der Stadt. Ein erheblicher Anteil dieser Wohnungen trägt eine Belegungsbindung — sie sind also ausschließlich an Inhaber eines gültigen Wohnberechtigungsscheins zu vergeben.
Interessenten können sich über das Online-Portal der DOGEWO21 registrieren und Wohnungsgesuche einstellen. Die Vergabe erfolgt nach sozialen Kriterien: Dringlichkeit (z. B. laufende Räumungsklage, Wohnungslosigkeit), Haushaltsgröße und passende Wohnungsgröße sowie eingetragene Wartezeit spielen dabei eine Rolle. Ein vollständiger und aktueller WBS ist bei der Bewerbung vorzulegen.
Neben der DOGEWO21 gibt es in Dortmund mehrere Wohnungsgenossenschaften, die ebenfalls Wohnungen an WBS-Inhaber vergeben. Die Mietergemeinde Dortmund eG ist eine der bekanntesten. Eine Genossenschaftsmitgliedschaft setzt den Erwerb von Geschäftsanteilen voraus (in der Regel 300 bis 1.500 Euro), bietet aber im Gegenzug langfristige Mietstabilität und oft günstigere Konditionen als der freie Markt.
Jobcenter Dortmund: KdU-Grenzen nach §22 SGB II
Wer Bürgergeld (SGB II) oder Sozialhilfe (SGB XII) in Dortmund bezieht, hat Anspruch auf Übernahme der Kosten der Unterkunft (KdU) durch das Jobcenter Dortmund gemäß §22 SGB II. Dabei gelten kommunal festgelegte Angemessenheitsgrenzen für die Kaltmiete, die regelmäßig aktualisiert werden. Heizkosten werden grundsätzlich in tatsächlicher Höhe übernommen, sofern sie als angemessen eingestuft werden.
Die folgenden Richtwerte sind indikativ — aktuelle und verbindliche Werte sind direkt beim Jobcenter Dortmund oder auf der Webseite der Stadt Dortmund zu erfragen, da diese Grenzen jährlich angepasst werden können:
| Haushaltsgröße | Max. Kaltmiete / Monat | Max. Wohnfläche |
|---|---|---|
| 1 Person | ca. 490 € | 50 m² |
| 2 Personen | ca. 600 € | 65 m² |
| 3 Personen | ca. 730 € | 75 m² |
| 4 Personen | ca. 860 € | 85 m² |
Ein wichtiger Vorteil Dortmunds gegenüber Köln oder Hamburg: Die KdU-Grenzen des Jobcenters entsprechen noch weitgehend dem tatsächlichen Angebot auf dem freien Wohnungsmarkt. In vielen westdeutschen Großstädten klaffen die Angemessenheitsgrenzen und die realen Marktmieten so weit auseinander, dass eine Zuzahlung aus dem Regelsatz faktisch unausweichlich ist. In Dortmund ist das seltener der Fall.
Dortmunder Stadtteile und Sozialwohnungskonzentration
Der Bestand an Sozialwohnungen und belegungsgebundenen Wohnungen in Dortmund ist nicht gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilt. Wer gezielt WBS-zugängliche Wohnungen sucht, sollte insbesondere folgende Bezirke und Stadtteile in den Blick nehmen:
- Scharnhorst: Einer der Stadtbezirke mit dem höchsten Anteil öffentlich geförderter Wohnungen, geprägt durch Siedlungsbauten der Nachkriegszeit und DOGEWO21-Bestände.
- Nette und Wickede: Stadtteile im Osten Dortmunds mit gewachsenen Genossenschafts- und Sozialwohnungsbeständen.
- Hörde (Stadtbezirk Hombruch/Hörde): Im Süden Dortmunds mit dem Phönix-See-Projekt als neuem Entwicklungsgebiet, aber auch älteren geförderten Beständen in angrenzenden Lagen.
- Eving: Im Norden der Stadt mit größeren DOGEWO21-Beständen und vergleichsweise günstigen Marktmieten.
Die Innenstadt und der Westfalendamm-Korridor haben ein geringes Angebot an gebundenen Wohnungen, bieten aber eine gute ÖPNV-Anbindung. Wer bei der Stadtbezirkswahl flexibel ist, verbessert die Chancen auf eine zeitnahe Wohnungsvermittlung deutlich.
Ein weiterer Tipp: Wer im Ruhrgebiet grundsätzlich flexibel ist, sollte auch die Nachbarstädte Bochum, Gelsenkirchen und Hagen in Betracht ziehen. Diese Städte haben teils noch günstigere Marktmieten und kürzere Wartelisten bei kommunalen Vermietern — bei guter S-Bahn- und Straßenbahnanbindung Richtung Dortmund.
Weiterführende Ratgeber: WBS beantragen (allgemein) · Sozialwohnungen finden · Jobcenter und KdU · Mietkaution beantragen · WBS in Köln · Mietrecht im Überblick
Häufige Fragen: WBS in Dortmund
- Das Amt für Wohnen und Stadterneuerung der Stadt Dortmund ist zuständig für den Wohnberechtigungsschein. Informationen und Antragsformulare sind auf der Webseite der Stadt Dortmund abrufbar. Der Antrag kann persönlich oder — je nach aktuellem Stand — auch online eingereicht werden.
- DOGEWO21 (Dortmunder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft) ist der größte kommunale Vermieter mit rund 19.000 Wohnungen in allen Stadtbezirken. Daneben gibt es Wohnungsgenossenschaften wie die Mietergemeinde Dortmund eG sowie weitere private Vermieter mit Belegungsbindungen.
- Das Jobcenter Dortmund legt jährlich Mietobergrenzen (Angemessenheitsgrenzen nach §22 SGB II) fest. Richtwerte liegen bei ca. 490 € Kaltmiete für 1 Person (50 m²) bis ca. 860 € für 4 Personen (85 m²). Aktuelle Werte sind direkt beim Jobcenter Dortmund oder auf der Webseite der Stadt Dortmund zu erfragen.
- Ja. Dortmund hat deutlich niedrigere Durchschnittsmieten als Köln oder Düsseldorf. Die Wartelisten bei DOGEWO21 sind kürzer, die KdU-Grenzen realistischer gegenüber dem freien Markt. Für Bürgergeld-Empfänger ist es daher oft einfacher, eine geeignete angemessene Wohnung zu finden.
- Personalausweis aller Haushaltsmitglieder über 15 Jahre, Einkommensnachweise der letzten 3 Monate, aktueller Einkommenssteuerbescheid, Meldebescheinigung (max. 3 Monate alt), Geburtsurkunden der im Haushalt lebenden Kinder.
- WBS Typ I berechtigt zu Sozialwohnungen im ersten Förderweg — die günstigsten öffentlich geförderten Wohnungen. WBS Typ II gilt für Wohnungen des zweiten Förderwegs mit höheren Einkommensgrenzen und leicht höheren Mieten. In Dortmund ist vor allem Typ I relevant.
- Ja. Mehrere Wohnungsgenossenschaften in Dortmund vergeben Wohnungen auch an WBS-Inhaber. Die Mietergemeinde Dortmund eG ist eine der bekanntesten. Genossenschaftsmitgliedschaft erfordert den Kauf von Geschäftsanteilen (ca. 300–1.500 €), bietet aber langfristig günstige Mieten.