Wohnung mieten trotz negativer SCHUFA

Du bist auf Wohnungssuche und hast deswegen eine SCHUFA-Auskunft beantragt? Kaum hältst du die SCHUFA-Auskunft in deinen Händen, dann kommt dann das böse Erwachen. Wir sagen dir, was du bei der Wohnungssuche mit einem negativen SCHUFA-Eintrag beachten musst.



Wohnung trotz SCHUFA

Was tun bei negativer SCHUFA?

Was ist ein negativer SCHUFA-Eintrag?

Die SCHUFA ist eine Auskunftsei für die Wirtschaft. Dort werden alle Informationen über die Bonität von Unternehmen und Verbrauchen gesammelt und gespeichert. Du kannst die gespeicherten Daten jederzeit anfragen und dir so Gewissheit über die Zahlungsbereitschaft deines Geschäftspartners einzuholen.

Besonders Vermieter und Banken verlangen immer öfters eine SCHUFA-Auskunft von Verbrauchern. So wollen sie sich vor Ausfallrisiken schützen, also dass du deine Rechnungen nicht bezahlen kannst.

Ein negativer Bescheid von der SCHUFA ist immer erst einmal schlecht für dich. Denn dadurch hat dein Gegenüber erstmal kein gutes Gefühl. Ein negativer Eintrag kann zum Beispiel dadurch entstehen, dass du einen Kredit oder eine Rechnung nicht vertragsgemäß gezahlt hast. Auch wenn du irrtümlich vergessen hast eine Rechnung zu zahlen, dann kann das zu einem Eintrag in das SCHUFA-Register führen.

Die böse Folge für dich: Banken, Vermieter, Versicherer aber auch andere Anbieter von Internet, Mobilfunk sowie Strom und Gas sehen mit der SCHUFA einen Hinweis auf deine Zahlungsmoral.

Du kannst alle gespeicherten Informationen über dich bei der SCHUFA anfragen. Der SCHUFA-Bonitätsauskunft eignet sich auch perfekt zur Vorlage beim Vermieter. Damit kannst du bei der Wohnungsbesichtigung positiv punkten.

Die SCHUFA-Score Tabelle

Score-WertUnsere Einschätzung
über 97,5 %Sehr geringes Risiko
95 bis 97,5 %Geringes bis überschaubares Risiko
90 bis 95 %durchschnittlich bis erhöhtes Risiko
80 bis 90 %Deutlich erhöhtes bis hohes Risiko
50 bis 80 %Sehr hohes Risiko
weniger als 50 %Sehr kritisches Risiko

Wo du Probleme mit einer negativen SCHUFA bekommen kannst:

Worauf Vermieter bei der SCHUFA achten:

Was bei vielen Mietwohnungen nicht steht, aber fast immer vom Vermieter von dir gefordert wird: die SCHUFA-Auskunft. Immer mehr Vermieter sehen in der SCHUFA-Bonitätsauskunft eine Art von Unbedenklichkeitsbescheinigung. Unbedenklich, weil damit der Vermieter einen besseren und objektiven Überblick über dein Zahlungsverhalten bekommt. Denn natürlich will der Vermieter einen Mieter haben, der seine Miete zuverlässig und pünktlich zahlt.

Der Vermieter fordert oft vor der Unterschrift unter dem Mietvertrag eine SCHUFA-Auskunft von dir. Damit ist die SCHUFA eine wichtige Voraussetzung für Wohnungssuchende.

Einträge bei der SCHUFA werden bis zu drei Jahren gespeichert

Meist unbemerkt sammelt die SCHUFA von uns Daten. Immer wenn wir eine Rechnung später bezahlen oder der Rechnungsbetrag strittig ist und du deshalb nicht direkt bezahlst – dann erstellt die SCHUFA im Hintergrund einen Antrag. Selbst wenn der strittige Betrag tatsächlich falsch war, dann bleibt oftmals der Eintrag im SCHUFA-Register und senkt somit deinen Score. Ab einem bestimmten Score kommt dann meist das böse Erwachen. Ob durch eine nicht bezahlte Telefon und Handyrechnung oder offene Mahnverfahren – kein Vertragspartner möchte mit dir einen Vertrag abschließen, eine Wohnung vermieten oder Kredit ausstellen.

Erst dann wird vielen Menschen erst die SCHUFA und seine Folgen wirklich bewusst. Die Einträge bleiben bis zu 3 Jahren gespeichert. Erst danach wird dein SCHUFA-Score langsam besser.

Was viele nicht wissen: Du kannst deine negativen SCHUFA-Einträge löschen lassen. Jeder gelöschter SCHUFA Eintrag kann dein SCHUFA-Score verbessern. Mit dem kostenlosen Musterbrief für die SCHUFA kannst du negative Einträge loswerden und deinen Basisscore verbessern.

Mit steigendem SCHUFA-Score steigen dann auch wieder allmählich deine Chancen auf einen Handyvertrag. Ebenso werden dir Vermieter wieder mehr Vertrauen schenken.

Jeder hat das Recht einmalig im Jahr kostenlos einen Einblick von seinem SCHUFA-Score zu bekommen. Auf der Internetseite der SCHUFA kannst du diese Selbstauskunft erhalten.

Wie lange hält ein negativer SCHUFA-Eintrag?

Wie lange dein negativer SCHUFA-Eintrag gespeichert wird, hängt mit der Höhe der Forderungen zusammen. Generell lässt sich sagen, dass Beträge unter 1.000 Euro, die nicht mehr offen sind, diese spätestens nach einem Monat bei der SCHUFA gelöscht werden. Anders ist es bei höheren Beträgen. Im Einzelfall verbleiben diese Einträge auch deutlich länger. Nach 3 Jahren werden aber in der Regel die Einträge unabhängig vom Wert des Eintrages gelöscht.

Und was ist, wenn ich einen falschen negativen Eintrag habe?

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Beliebt: SCHUFA nachträglich korrigieren.

Keine Panik. Falsche oder fehlerhafte Einträge passieren immer mal wieder. Deswegen hat die SCHUFA auf www.meineSCHUFA.de eine Möglichkeit geschaffen diese falschen Angaben zu korrigieren oder löschen zu lassen.

Ein Grund für falsche Einträge bei der SCHUFA ist oft, dass Adressen oder Namen falsch übertragen oder verwechselt wurden. Mit einer Bonitätsauskunft erfährst du den Inhalt der Einträge und kannst diese gegebenenfalls korrigieren.

Wohnung mieten trotz negativer SCHUFA: Was du tun kannst.

Du hast eine aktuelle SCHUFA-Auskunft vorliegen und dort findest du negative Einträge? Nicht jeder Eintrag ist unbedingt negativ. Ein häufiger Eintrag sind zum Beispiel Bonitätsanfragen vom schwedischen Zahlungsdienstleister „KLARNA“. Dieser arbeitet mit vielen deutschen Online-Shops zusammen und möchte bei einem „Kauf auf Rechnung“ die Identität und Bonität der Kunden anfragen. Diese Anfrage wird bei der SCHUFA dokumentiert und ist nicht unbedingt negativ.

Negativ-Einträge von Mobilfunkanbieter, Inkasso-Gesellschaften, Banken oder anderen Vertragspartner sind da häufig kritischer. Sind die Einträge gerechtfertigt, dann ist die negative SCHUFA meist eine zusätzliche Hürde bei der Wohnungssuche, die du überwinden musst.

Negative SCHUFA? So klappt es trotzdem mit der neuen Wohnung

  1. Aktuelle SCHUFA-Selbstauskunft einholen

    Zuerst solltest du dir einen Überblick verschaffen und dir einen Auszug aus dem SCHUFA-Register einholen

  2. Alle Einträge bei der SCHUFA überprüfen

    Gibt es vielleicht falsche oder ältere Einträge? Falsche und ältere Einträge kannst du löschen lassen.

  3. Familien oder Haushaltsangehörige als Bürgen einsetzen

    Wenn dein SCHUFA-Score nicht ausreicht, damit du einen neuen Mietvertrag unterschreiben kannst, dann kannst du vielleicht eine SCHUFA-Auskunft von einem Familienangehörigen vorzeigen. Dieser kann für dich eine Bürgschaft übernehmen. Also im Fall der Fälle für deine Mietschulden ein Ansprechpartner sein.

  4. Andere Fürsprecher finden

    Neben der SCHUFA kannst du auch eine Mieterselbstauskunft oder Mietschuldenfreiheitsbescheinigung deinem neuen Vermieter vorzeigen. Diese sind meistens kostenlos. Vielleicht kennst du aber auch schon jemand im Haus, der ein gutes Wort beim Vermieter für dich einlegen kann? Das würde auch helfen, um Vertrauen aufzubauen.

  5. Sicherheiten beim Vermieter hinterlegen

    Hast du vielleicht andere Wertgegenstände oder Vermögenswerte, die du als Sicherheit hinterlegen kannst? Das könnte deinen Vermieter den negativen SCHUFA vergessen lassen.

  6. Vertrauenswürdig auftreten

    Unterm Strich ist die persönliche Beziehung für dich entscheidend. Der Vermieter überlässt dir sein Eigentum. Wenn er grundsätzliches Vertrauen in dich hat, dann wird es ihm leichter fallen. Deswegen solltest du seriös, gepflegt und verbindlich auftreten. Denn auch der Vermieter möchte, dass sein Eigentum pfleglich behandelt wird. Dann ist der SCHUFA-Score auch nur noch halb so wichtig.

Wohnungssuche in Berlin und Hamburg: Wohnung trotz negativer SCHUFA.

Wir hören es immer wieder. In Großstädten, wie Berlin, Hamburg, München und Köln ist der Wettbewerb unter Wohnungssuchenden hart. Besonders hart trifft es dann diejenigen mit vermeintlich schwereren Bedingungen. Da kann ein einziger negativer SCHUFA-Eintrag gleich das Aus für dich bedeuten. Das ist ärgerlich. Vor allem bei kleineren „Vergehen“ oder Unachtsamkeiten aus der Vergangenheit.

Profi-Hausverwaltungen in Berlin und Hamburg verlangen grundsätzlich eine SCHUFA-Auskunft. In Berlin ist es ähnlich. Bessere Chancen hast du bei privaten Vermietern. Private Vermieter vertrauen öfter ihrem Bauchgefühl. Hier spielt das Zwischenmenschliche eine entscheidende Rolle. Du solltest seriös und gepflegt auftreten und so Vertrauen aufbauen.

Eine andere Möglichkeit eine Wohnung trotz SCHUFA in den Ballungszentren wie z.B. München zu erhalten ist dann gegeben, wenn die Miete als Transferleistung überwiesen wird. Mit Hartz-4 bekommst du auch eine Wohnung trotz einer negativen SCHUFA. Aber auch nur dann, wenn deine Miete direkt vom Amt überwiesen wird. Das senkt das Mietausfallrisiko für den Vermieter. Deswegen wird ihm in diesem Fall dein SCHUFA-Score egal sein. Anders sieht es aus bei Wohnungen mit Wohnberechtigungsschein, also Sozialwohnungen. Sozialwohnungen trotz SCHUFA sind schwer zu bekommen, da du hier für die Überweisung der Miete verantwortlich bist. Viele Vermieter entscheiden sich dann meist lieber für einen Wohnungssuchenden mit positiven Werten. Du solltest prüfen, ob du deine SCHUFA Einträge löschen lassen kannst!

Häufig gestellte Fragen zur Wohnungssuche mit negativer SCHUFA:

Wie bekomme ich eine Wohnung trotz negativer SCHUFA?

Es ist wirklich nicht einfach eine Wohnung trotz SCHUFA zu bekommen. Ein negativer SCHUFA-Eintrag kann bis zu 3 Jahren gespeichert werden. Wenn du nicht so lange auf eine neue Wohnung warten kannst, dann haben wir ein paar Tipps und Tricks für die Wohnungssuche für dich vorbereitet.
Mehr erfahren zur Wohnungssuche mit negativer SCHUFA.

Kann man eine Wohnung mieten trotz SCHUFA?

Es ist schwieriger. Aber nicht unmöglich. Bei großen Wohnbauunternehmen ist eine SCHUFA-Auskunft fast unvermeidlich. Für viele private Vermieter ist der persönliche Kontakt und das Bauchgefühl aber wichtiger als eine lupenreine SCHUFA.
Mehr erfahren zur Wohnungssuche mit negativer SCHUFA.

Welcher SCHUFA-Score ist gut für eine Wohnung?

Der SCHUFA-Score gibt Auskunft über das Zahlungsausfallrisiko. Ein SCHUFA-Score über 90 ist meistens mehr als ausreichend für einen Vermieter. Ein SCHUFA-Score unter 50 ist dagegen ein deutliches Warnsignal.
Mehr erfahren über den SCHUFA-Score und seine Bedeutung.

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